Wer schon im November ’20 unserem Blog gefolgt ist, hat damals bereits einen Review der Fuh Kin Great Kochbox des „Restaurant Tim Raue“ aus Berlin präsentiert bekommen. Heute präsentieren wir euch – ganz nach dem Motto „Wieso in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“ – die Koch-Box des Bibraud (https://www.bebrout.com/) aus Ulm.
Bestellung & Abholung
Die Bestellung erfolgt über den Deli Shop (https://www.shop-bebrout.com/), den das Bibraud bereits zu Beginn der aktuellen Situation eröffnet hat. Damals konnte man in diesem Shop Grillgerichte & Vorspeisen zum selber Fertigmachen finden und bestellen. Letzte Woche entdeckten wir durch einen Beitrag auf den SocialMedia Kanälen des Bibrauds, dass es am Wochenende eine Koch-Box geben wird. Spontan entschieden wir uns diese zu bestellen. Die Bezahlung erfolgt entweder bei Abholung oder Online über Paypal oder Kreditkarte.

Für die Abholung hatte sich das Bibraud etwas Tolles einfallen lassen, so konnte man sich, während man auf das finale Zusammenpacken seiner Box wartete eine Glühwein, eine Kaltgetränk oder eine kleine Stärkung (Trüffelpommes & Smörrebröd) schmecken lassen. Dieses Angebot nahmen wir gerne an und machten am Samstag Nachmittag einen kleinen Ausflug um unser Menü für den Abend abzuholen.
Zubereitung
Die Zubereitung ist auf der kleinen, beigefügten Menükarte ausreichend und vollumfänglich erläutert und geht leicht von der Hand. Das Menü ist laut Anleitung entweder am Samstag oder am Sonntag zu verzehren. Einzig die Unterscheidung der Pilz Consommé vom Gänse Jus erforderte ein gewisses Maß an Geschmackssinn.

Review des Menüs
Amuse Bouche
Das Menü startet, wie auch im Restaurant Bibraud, mit einem klassischen „Brot Gang“. Zum Roggen-Dinkel-Brot vom Zuckerbäcker wurde ein Feta-Chili Dip gereicht. Das Brot, wie immer ein Gedicht, der Dip erfrischend nicht zu scharf mit einer tollen Feta Note.
Erste (kalte) Vorspeise – Lachsforelle / Fenchel / Mandarine / Crunch
Der erste Gang präsentiert sich als „orientalische gebeizte Allgäuer Lachsforelle“ mit einem Mandarinen-Fenchel-Salat, abgerundet wird das Gericht mit selbstaufgetupftem Mandarinengel und Fenchelcrunch. Dieser Gang liest sich erst einmal nicht spektakulär, jedoch ist er neben der Geschmacksvielfalt auch ein Feuerwerk der Strukturen.

Die Lachforelle ist sehr aromatisch schonend gebeizt, genau deshalb wunderbar in ihrer Konsistenz. Der Mandarinen-Fenchel-Salat ist dezent, zurückhaltend und dennoch sehr erfrischend. Der Fenchelcrunch & das Mandarinengel unterstützen die Aromatik des Ganges und sorgen für ein geniales Mundgefühl.
Zweite (warme) Vorspeise – Gemüsedumpling / Pilz Consommé / Koriander
Die leicht angebratenen und frisch gedämpften Gemüsedumplings passen sehr gut zu der kräftigen Pilz-Consommé. Der Koriander sorgt für einen erfrischenden Kontrapunkt & rundete das Gericht ab. Von der Aromatik kann man diesen Gang nicht viel besser gestalten. Der entscheidende Unterschied zum Restaurantbesuch, Alina und ihrem Team ist es gelungen, dass man sich diesen Gang in der eigenen Küche zubereiten kann. Gratulation.
Hauptgang – Gans / Spitzkohl / Käseknödel / Jus
Im Hauptgang wird ein klassisches vorweihnachtliches Gericht neu interpretiert & mit modernen Kochtechniken umgesetzt. Die Sous-vide-vorgegarte Gans wird nach Anleitung im heimischen Ofen fertiggebacken. In unserem Fall war sie zart, saftig und sehr schmackhaft, aromatisch war sie sehr pur, was uns als Gans-Liebhaber sehr gut gefiel. Des Spitzkohl im Kontrast sehr würzig mit einer dezenten Pfeffernote, der Käseknödel kräftig und sättigend. Geschmacklich abgerundet und vereint wird das Gericht von einer herrlichen, tiefdunklen Gänse-Jus. Das Highlight des Menüs und ein würdiger Hauptgang für dieses.

Nachspeise – Topfen / Spekulatiusbisquit / Bratapfelragout / Buttercrumble
Die Nachspeise ist vom Anrichten sicher am anstrengensten, jedoch erhält man ein sehr feines, weihnachtliches und harmonisches Dessert. Nach dem schweren Hauptgang gelingt es dem Mix aus Topfen, Apfel & Gewürzen einen frischen und dennoch weihnachtlichen Abschluss des Menüs zu schaffen. Der Crumble rundet mit seinem „Knusper“ das Dessert ab.

Fazit – Gesamteindruck
Wer uns auf Instagram folgt, hat bereits am Samstag Abend lesen dürfen, dass das Menü Spaß gemacht hat. Diesem Satz ist eigentlich wenig bis gar nichts hinzuzufügen, man kann ihn höchstens etwas ausschmücken. Spaß haben die Vielfalt der Aromen gemacht, Spaß haben die unterschiedlichen Strukturen in den einzelnen Gängen gemacht, aber Spaß hat auch das Zubereiten inklusive der vielen kleinen Details gemacht. Hier kann sogar das „Restaurant Tim Raue“ etwas lernen. Für Kochbegeisterte wie uns, war das Zubereiten das eigentliche Highlight. Wiederholungsgefahr in den nächsten Wochen ist bei dieser Koch-Box definitiv gegeben.
Weinbegleitung
Wir buchten die kleine Weinbegleitung, bestehend aus einem Cuvée „Terlaner ’18“ von der Kellerei Terlan (https://www.cantina-terlano.com/) aus Südtirol. Der kräftige Weisswein passte sehr gut zu den Vorspeisen. Zum Hauptgang beinhaltete die Weinbegleitung einen Rioja „Vina Tondonia Reserva ’07“, der den Hauptgang sehr gut unterstützte.

Zum Aperitif wählten wir den Prisecco „Cuvée Nr. 7“ aus der Manufaktur Jörg Geiger (https://www.manufaktur-joerg-geiger.de/manufaktur-joerg-geiger.htm).
Wir freuen uns schon heute auf den nächsten Besuch im Bibraud, die nächste Koch-Box und ganz besonders auf Mai’21, wenn ihr, liebes Bibraud Team, unsere Hochzeit kulinarisch begleitet.
Vielen Dank, Beste Grüße & ein solidarisches Support Your Local
Alex & Patrick
PS: Wie immer nach deutschem Recht: Unbezahlte Werbung: selbstbezahlt.









